Otto Jager

„Es gibt kein festes Rezept für einen Kulturwandel“

„What got us here, won’t get us there” umreißt genau, warum kultureller Wandel notwendig ist. Aber was genau bedeutet diese Veränderung? Und zu welcher Art von Organisation wachsen wir heran? Dies ist eines der Themen, mit denen sich Otto Jager im vergangenen Jahr beschäftigt hat.

Die Welt im Wandel

Die Welt um uns herum verändert und beschleunigt sich. Das bedeutet, dass wir anders und effizienter arbeiten und auch schneller Entscheidungen treffen müssen. Letzteres muss an verschiedenen Stellen in der Organisation geschehen. „Nicht nur das Executive Board kann und sollte wichtige Entscheidungen treffen, auch andere sollten dazu in der Lage sein. Um dies zu erreichen, ist es wichtig, dass die Menschen ein gutes Feedback erhalten. Über Dinge, die gut laufen, aber auch über Dinge, die weniger gut laufen, so dass die Mitarbeiter wissen, wo sie stehen und was von ihnen erwartet wird. Wir müssen uns viel mehr in Richtung einer lernenden Organisation bewegen, in der man viel schneller Wissen und Erfahrung miteinander teilen kann“, so Otto Jager.

Eine gemeinsame Reise

Aber es gibt kein festes Rezept für einen Kulturwandel. Man kann ihn nicht richtig messen, und man weiß nicht genau, wann man das Ziel erreicht hat und wann nicht. „Soweit es das betrifft, ist es ein abstraktes Thema. Man muss viel miteinander reden, zum Beispiel über vorbildliches Verhalten und neue Denkweisen. In Workshops mit allen 300 Führungskräften machen wir uns an die Arbeit. Ich sehe es als gemeinsame Reise. Man kann nicht vorhersagen, ob wir das Ziel in drei oder erst in fünf Jahren erreicht haben werden.

Wir müssen uns darauf konzentrieren, was die Organisation braucht, wo wir stehen und was wir brauchen. Flexibilität und Anpassungsfähigkeit sind sehr wichtig“.

Mehr Transparenz, mehr Feedback

Was wir wollen, ist eine Kultur mit mehr Transparenz, in der wir uns gegenseitig mehr Rückmeldungen geben und für Feedback auch offen sind. In der wir es wagen, Entscheidungen zu treffen, obwohl wir nicht 100 Prozent sicher sind, dass wir das Richtige tun. „In einer solchen Kultur kann man auch die falschen Entscheidungen treffen. Aber das ist normalerweise keine schlechte Sache, solange man daraus lernt. Das vielleicht Wichtigste ist, dass Kultur nicht etwas ist, das von oben bestimmt wird; sie ist etwas, das uns allen gehört. Wir alle haben eine Rolle. Sie können um Feedback bitten, Sie können aufstehen, wenn Sie glauben, dass Sie eine bessere Idee haben. Da wollen wir hin, alle sind eingeladen“, unterstreicht Otto Jager.

Menschen mit frischem Blick und neuen Ideen sind ebenfalls wichtig, um Veränderungen zu erreichen. Darum fragen wir gleich bei Sibylle Würthner, Director People, nach.

Im Januar haben wir für alle TenneT-Mitarbeiter die Kampagne Grow for it gestartet, die die TenneT-Prinzipien: „Eigenverantwortung“, „Vernetzung“ und „Mut“ vorstellt. Da kontinuierliche Fort-bildung und Weiterentwicklung für die Transformation von TenneT unerlässlich sind, wird die Grow for it-Kampagne fortgesetzt. Mit der Kampagne ermutigen wir alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sich mit dem neuen Ziel, dem neuen Versprechen und den neuen Prinzipien vertraut zu machen. Gemeinsam werden wir die Strategie von TenneT zum Leben erwecken!

Für alle Führungskräfte von TenneT wurde ein Leadership-Programm entwickelt: Lead Your Team. Es unterstützt alle Führungskräfte bei ihrer Weiterentwicklung und befähigt sie, den Wandel gemeinsam mit ihren Teams zu leiten, um so die gemeinsame Verantwortung für Transforming TenneT zu übernehmen. Das Lead Your Team-Programm basiert auf den Führungsprofilen, die vier Führungsthemen umfassen: Ich führe das Unternehmen. Ich führe den Wandel. Ich führe Menschen. Ich habe Einfluss.

Empathisch, authentisch und kommunikativ

Sibylle Würthner startet in der neuen TenneT-Organisation als „Director People“.

Was versteht unsere neue „Director People“ unter kulturellem Wandel? Und welche Rolle kommt in diesem Prozess den Führungskräften zu? Für Sibylle Würthner ist klar, dass alle verstehen müssen, warum kultureller Wandel stattfindet und dessen Ziele verinnerlichen: „Veränderungen lassen sich nur über eine Einheit von Kommunikation und Handeln sowie eine gesunden Fehlerkultur erzeugen. Authentizität ist das Schlagwort. Darin sind Führungskräfte gefordert.“ Was HR in diesem Prozess leisten kann, ist zu erklären, was Veränderung mit uns macht, und sowohl Mitarbeitern als auch Führungskräften zu helfen, sich dabei gegenseitig zu unterstützen.

„Veränderung funktioniert nur gemeinsam, und auch hier kann HR unterstützen, die Führungs-kräfte für die Wahrnehmung ihrer Aufgaben zu befähigen und Erfolge zu kommunizieren. Die Veränderungen in die Tat umsetzen, dies müssen Führungskräfte gemeinsam mit ihren Teams. Sie sind essenzieller Teil der Verände-rungen und je besser sie diese leben und die sich daraus ergebenden Herausforderungen annehmen, desto einfacher wird es, Vorbild zu sein. Nur alle gemeinsam unter der Leitung der Führungskräfte schaffen es, den kulturellen Wandel spürbar und wahrnehmbar zu machen. Gelebte Empathie, Authentizität und Kommunikation sind dabei unersetzlich.“

Video:

Otto Jager über den Kulturwandel

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Sibylle Würthner über den Kulturwandel

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Otto Jager en Sibylle Würthner über den Kulturwandel